Wie misst man die Effizienz einer Stromerzeugungstechnik? Es gibt eigentlich nur eine Antwort: Mit dem energetischen Erntefaktor. Begriffe wie Wirkungsgrad oder Nachhaltigkeit sind bedeutungslos ohne die Angabe des Erntefaktors.

Die Definition ist erst einmal einfach. Man vergleicht die gesamte Energie, die ein Kraftwerk während seiner Lebenszeit produziert, mit der gesamten hineingesteckten Energie, das Verhältnis von beiden ist der Erntefaktor. Genauere Erklärungen finden sich auf den Seiten des Instituts für Festkörper-Kernphysik, auch Details zu den Berechnungen findet man dort.

In der Definition simpel und einleuchtend ist die tatsächliche Berechnung des Erntefaktors viel Arbeit. Man muss dazu nämlich den gesamten Lebenszyklus einer energieerzeugenden Anlage verstehen, von der Wiege bis zur Bahre. Dafür erhält man am Ende aber eine vollständige Bilanz ohne Schummeleien, einschließlich der Förderung der Brennstoffe, falls nötig, sowie die Entsorgung aller Abfälle. Eine Lebenszyklusanalsyse ist somit immer auch eine ganzheitliche Umweltbilanz.

Was auf den ersten Blick als umweltfreundlich und nachhaltig verkauft wird, erscheint bei einer genauen Lebenszyklusanalyse oft nicht mehr so. Ein gutes Beispiel sind Windkraftanlagen. Scheinbar für lau nutzt man hier die Resource Wind, doch eine genaue Analyse zeigt, dass die Bilanz alles andere als rosig aussieht. Wind und Sonne sind eben doch nicht umsonst, denn wenn man daraus Strom machen will muss Zement gebrannt und Beton gegossen werden, Wälder gerodet und der Natur Fläche genommen werden. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass der Erntefaktor nur 10% so hoch wie der von Wasserkraft ist, verglichen mit heutiger Kernenergie sogar nur 5%. In einem ähnlichen Verhältnis sinkt die Umweltfreundlichkeit, denn weniger effiziente Techniken verbrauchen mehr Resourcen, mehr Fläche und lassen am Ende auch noch erheblich weniger Mittel für Umweltschutz übrig. Effizienz ist immer Umweltschutz.

Der Dual Fluid Reaktor wurde von Anfang an gezielt auf effiziente Energieerzeugung ausgerichtet. Quasi als Nebenprodukt kann er sogar die Abfälle aus heutigen Kernreaktoren verstromen. Die hohe Effizienz wird dabei zunächst durch die vollständige Verbrennung des nuklearen Brennstoffs Uran oder Thorium erreicht. Dies reduziert den gesamten Förderaufwand und die damit verbundene Herstellung der Brennelemente um einen Faktor 200. Dies wäre an sich noch nichts neues, denn beispielsweise der natriumgekühlte schnelle Reaktor (SFR) erreicht Ähnliches. Leider werden die Vorteile beim SFR durch die Verwendung fester Brennelemente sowie von flüssigem Natrium als Kühlmittel aber fast vollständig wieder aufgehoben, und die Wirtschaftlichkeit ist zumindest fragwürdig. Beim Dual Fluid Reaktor wurden hingegen die Vorteile eines Schnellspaltreaktors mit denen eines Flüssigsalzreaktors kombiniert. Außerdem wird das erheblich besser handhabbare Blei zur Kühlung verwendet. Durch die effektive und ständige Verarbeitung des Flüssigsalzes in der „Pyrochemical Processing Unit” PPU während des Reaktorbetriebs, sowie die hohe Leistungsdichte und den Wegfall der nuklearen Infrastruktur wird eine Steigerung um einen Faktor 20 gegenüber heutiger Reaktortechnik erreicht.